Flurerneuerung Premberg

Über einen vollen Dorfstadel freute sich Bauoberrat Martin Stahr vom Amt für ländliche Entwicklung bei der Teilnehmerversammlung zur Information zum Wunschtermin und zur Neugestaltung des Grundbesitzes. Zum nächsten Schritt der Wunschentgegennahme der rund 80 Grundstücksbesitzer wird jeder Teilnehmer separat von der Vorstandschaft angehört und auch dazu persönlich eingeladen (Wer sich vertreten lässt der hat eine Vollmacht vorzulegen). Der Verhandlungsort ist der Dorfstadel in Premberg. 

Noch ist nichts entschieden bei der Dorf- und Flurerneuerung Premberg, doch die Vorbereitungen für die heiße Phase im 1. Quartal laufen schon an. Hier beginnt die Wunschentgegennahme, danach erfolgt die Berechnung der Landabfindungen. Voraussichtlich im Herbst soll dann die Abmarkung der neuen Flurstücksgrenzen beginnen und die vorläufige Besitzeinweisung dann zum 31. 12.2019. Im Anschluss müssen bis zur endgültigen Schlussfeststellung im Jahre 2029 noch folgende Punkte abgearbeitet werden: Flurbereiningsplan, Ausführungsanordnung, endgültige Beitragseinhebung nach dem Wert der neuen Grundstücke und die Berichtigung der öffentlichen Bücher. 

Bei der Wunschentgegennahme sollen sich die Grundstücksbesitzer bereits vorher Wünsche und Alternativen im Kreise der Familie erarbeiten, so Martin Stahr. Erst nach Anhörung aller Grundstücksbesitzer und der Berechnung der Landabfindungen beginnt für die Vorstandschaft die schwierigste Phase. Die Grundstücke im Gebiet der Teilnehmergemeinschaft Premberg müssen dann neu verteilt werden, sodass möglichst große zusammenhängende Flurstücke entstehen, die eine leichtere Bewirtschaftung ermöglichen. Hierbei hat die Vorstandschaft einige Grundsätze zu beachten, die ihren Ursprung im Flurbereinigungsgesetz haben. Jeder Teilnehmer hat das Anrecht auf eine wertgleiche Abfindung nach § 44 FlurbG. Somit erhält jeder für seine eingebrachten Grundstücke wertgleiche Grundstücke zurück. Zu berücksichtigen dabei ist, dass es einen Landabzug von ca. 1.8 Prozent gibt, wobei dieser Prozentsatz im Vergleich mit anderen Verfahren an der untersten Grenze ist. Der Landabzug hat seinen Ursprung aus dem Bau öffentlicher Anlagen (Wegebau und Ausgleichsmaßnahmen), denn jedes Grundstück muss durch einen Weg zugänglich gemacht werden. 

Bei der Wunschentgegennahme werden Herr Albert Meister von der BBV Landsiedlung, ein Vertreter der ALE Oberpfalz und 1 bis 2 Vorstandsmitglieder teilnehmen. Es können in diesen Gesprächen keine Zusagen gegeben werden, weil erst alle Grundstücksbesitzer gehört werden müssen.


Vorteile bei der Neugestaltung

Der Vorteil einer großzügigen Zusammenlegung sind exakte Grenzen, Nachbarschaftsfrieden, sichere Erschließung, sowie Zusammenlegung und Begradigung der Flurstücksgrenzen. Es fallen zudem keine Kosten der Vermessung und Eintragung in die öffentlichen Bücher an. Durch die Zusammenlegung spart man ca. 137-208 Euro/ha und Jahr, sowie 51 -72 Euro/ha und Jahr durch den Wegebau. 


Wertgleiches Grundstück

Für wertgleiche Grundstücke  gilt die Formel: Einlagewert minus Landabzug = Forderung des Teilnehmers. Ein wertgleiches Grundstück ist nicht zu vergleichen mit einem genau flächengleichen Grundstück. Der Wert eines Grundstückes berechnet sich durch die Komponenten:  Grundstücksgröße und die Wertzahl (Bonität) der Böden. Die Wertzahl der Böden wurde bereits durch die Vorstandschaft durch Probeentnahmen bei Feldbegehungen ermittelt